Lüttich

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Das befestigte Gebiet von Lüttich bildete den Kern der belgischen Landesbefestigung an der östlichen Front. Es sollte den Aufmarsch des belgischen Heeres zur "Schlacht an der Grenze" decken, während dieses Kampfes als vorbereitendes und verstärktes Schlachtfeld dienen. Im Fall eines Rückschlages sollte es den belgischen Truppen das Loslösen vom Gegner erleichtern, den Uferwechsel über die Maas gewährleisten und schließlich dem vorrückenden deutschen Heer die Benutzung der zahlreichen Brücken, Straßen und Eisenbahnen in seinem Feuerbereich verwehren. Zugleich hatte das befestigte Gebiet die wichtige Lütticher Industrie gegen unmittelbaren Beschuss zu sichern.

Der Hauptgrund für die Anlage einer Gürtelfestung um Lüttich ist seine strategische Bedeutung:

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durch Lüttich verlaufen 17 Straßen mit den Richtungen Aachen, Brüssel, Maastricht, Namur, Verviers und Bastogne.

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durch Lüttich verlaufen sieben Eisenbahnrouten

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durch Lüttich fließt die Maas, die von Frankreich nach Belgien und weiter in die Niederlande führt.

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weiterhin münden dort die Flüsse Ourthe und Vesdre in die Maas.

Die Fortlinie der Festung Lüttich bestand aus 12 Forts, die 5 bis 9 Kilometer von der Stadt entfernt lagen. Der Fortgürtel bildete ein Zwölfeck von etwa 46 Kilometer Umfang, das von der Maas in zwei nahezu gleiche Teile zerlegt wird. Die im Tal liegende Stadt besaß keine Umwallung. Die Forts lagen auf den das Maas-Tal begleitenden Höhen und hatten sturmfreie, trockene Gräben.

Bewaffnet waren sie im Jahre 1914 mit 60 Kanonen und 18 Haubitzen und Mörsern unter Panzer. Für die Verteidigung der Zwischenräume waren nur alte Feldgeschütze und 87mm Haubitzen vorhanden.

Der deutsche Angriff im August 1914 zeigte, dass die Festungsbauten nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen entsprachen, vor allem weil ausgebaute Zwischenfeldbefestigungen innerhalb der Fortlinie, ein verteidigungsfähiger Abschluss des Stadtkernes und eine unmittelbare Maasverteidigung fehlten.

Die Erfahrung des 1. Weltkrieges zeigten die Schwächen der Gürtelfestung: ungehindert durch die Forts der Gürtelfestung überschritten 1914 deutsche Truppen bei Visé die Maas. Um dies zukünftig zu verhindern wurden in den 30er Jahren die Forts Eben-Emael, Aubin-Neufchateau, Battice und Tancremont gebaut.

Fort de Liers

Fort d' Evegnée

Fort de Fléron

Fort Chaudfontaine

Fort d' Embourg

Fort de Flémalle

Fort de Lantin

Fort Tancremont

Quelle: Denkschrift über die belgische Landesbefestigung (OKH 1941)

 

Letzter Stand: 07.11.2016