
Das Artilleriewerk Metrich ist eine der wichtigsten
Artilleriebefestigungen der CORF. Sie ist nach Hochwald, Hackenberg und
Simserhof die viertwichtigste Befestigung der Maginot-Linie. Der Bau- und
Lageplan für das Bauwerk wurde 1930 genehmigt. Die Arbeiten konnten daraufhin
beginnen. Anfang Oktober 1931 waren die Aushubarbeiten für die fünf
Versorgungsschächte entlang der Hauptgalerie abgeschlossen, während die Arbeiten
für die Schächte der Blöcke 3, 4, 5, 7 und 15 bereits im Gange waren. Mitte 1936
war die Festung technisch fertig gestellt. Die erste Nutzung offenbarte jedoch
eine Reihe von Mängeln, die behoben werden mussten, um die Festung bewohnbar zu
machen. Diese Verbesserungen waren Teil des Programms von 1937.
Die Bewaffnung war wie folgt:
Block 1: Flankierende Artillerie-Kasematte Richtung Norden
- 3 x 75 mm Geschütze Modell 32 in Kasematten
- 2 x GFM-Glocken Typ A mit drei Scharten für MG FM 24/29 und
50 mm Mörser
- 1 x FM 24/29 Flankierungscharte
- 1 x FM 24/29 Eingangsverteidigungsscharte
- 5 x Handgranatenrohre zur Grabenverteidigung
Block 3: MG-Panzerturm und flankierende Infanteriekasematte nach Norden
- 1 x MG-Panzerturm für zwei Reibel MAC 31 Maschinengewehre
- 1 x Scharte für zwei Reibel MAC 31 Maschinengewehre,
austauschbar mit einer 3,7 cm Pak auf Doppelschiene
- 1 x Scharte für zwei Reibel MAC 31 Maschinengewehre
- 2 x GFM-Glocken Typ A mit drei Scharten für MG FM 24/29 und
50 mm Mörser
- 1 FM 24/29 Flankierungsscharte
- 1 MG FM 24/29 Eingangsverteidigungsscharte
- 1 Handgranatenrohre zur Grabenverteidigung
Block 4: Maschinengewehrturm
- 1 Panzerturm für zwei Reibel MAC 31 Maschinengewehre
Block 5: Mörserturm
- 1 Panzerturm für zwei 81 mm Mörser
- 2 x GFM-Glocken Typ A mit drei Scharten für MG FM 24/29 und
50 mm Mörser
Block 7: Artilleriebeobachtungsposten
- 1 VDP-Kuppel für Direkte und Periskopische Sicht zur
Artilleriebeobachtung
- 1 GFM-Glocke Typ A mit drei Scharten für MG FM 24/29 und 50
mm Mörser, die als kombinierte Kuppel zur Beobachtung genutzt wurde
Block 8: 75 mm Turm und Infanteriekasematte zur Flankierung Richtung Süd
- 1 x 75 mm Panzerturm Modell 33
- 1 x Scharte für zwei Reibe MAC 31 Maschinengewehre,
austauschbar mit einer 3,7 cm Pak auf Doppelschiene
- 1 x Scharte für zwei Reibel-MAC-31-Maschinengewehre
- 2 x GFM- Kuppeln Typ A (FM 24/29 und 50 mm Mörser) mit je 3
Scharten
- 1 x Handgranatenrohr zur Grabenverteidigung
- 1 x FM-Scharte zur Eingangsverteidigung
Block 10: 75 mm Turm
- 1 x 75 mm Panzerturm Modell 33
- 1 x Granatwerferkuppel (unbestückt)
Block 11: 135 mm Panzerturm
- 1 x Turm für zwei 135 mm Haubitzen
- 1 x Granatwerferkuppel (unbestückt)
- 1 GFM-Kuppel Typ A (FM 24/29 und 50 mm Mörser) mit je 3
Scharten
Block 14: Infanteriebeobachtungsposten und Verteidigung der südwestlichen Hänge
der Befestigungsanlage
- 2 x GFM- Kuppeln Typ A (FM 24/29 und 50 mm Mörser) mit je 3
Scharten
- 1 GFM-Kuppel Typ A mit zwei Scharten, genutzt als
Infanteriebeobachtungsposten
Block 15: Mörser, Flankenfeuer auf die Rückseite der Befestigungsanlage
(Eingangsschlucht)
- 2 81 mm Mörser an der Front
- 2 x GFM-Kuppeln Typ A (FM 24/29 und 50 mm Mörser) mit je 3
Scharten
- 2 FM-Flankenscharten
- 1 FM-Scharte zur inneren Verteidigung
- 1 Handgranatenrohr
Munitionseingang
- 1 Scharte für zwei Reibel MAC 31 Maschinengewehre,
austauschbar mit einer 3,7 cm Pak auf Doppelschienen
- 2 x GFM-Kuppeln Typ A (FM 24/29 und 50 mm Mörser) mit je 3
Scharten
- 3 flankierende FM-Scharten
- 2 interne FM-Scharten
- 4 Handgranatenrohre zur Grabenverteidigung
Mannschaftseingang
- 1 Scharte für ein Zwillings-Maschinengewehr Reibel MAC 31,
austauschbar mit einer 3,7 cm Pak auf Doppelschienen
- 2 x GFM-Kuppeln Typ A (FM 24/29 und 50 mm Mörser) mit 3
Scharten
- 3 flankierende FM-Scharten
- 2 FM-Scharten zur Eingangsverteidigung
- 3 Handgranatenrohre zur Grabenverteidigung
Block 8 und Block 11 teilen sich ein gemeinsames Treppenhaus, das zu einem
Zwischengeschoss auf halber Höhe führt. Dort befinden sich die M2-Magazine und
die Blockkommandostelle. Zwei kurze Galerien führen von dieser Ebene zu den
separaten Schächten der beiden Blöcke. Die Situation ist nahezu identisch mit
der Kommandostelle des Bauwerks, die sich etwa auf halber Höhe des
Zugangsschachts von Block 7 befindet.
Die Garnison des Werks betrug 769 Unteroffiziere/Soldaten und 26 Offiziere, die
hauptsächlich vom 167. Festungsinfanterieregiments, dem 151.
Festungsartillerieregiment und dem 203. Pionierbataillon gestellt wurden.
Das Bauwerk litt erheblich unter der geologischen Beschaffenheit des Baugrunds. Anhydrit
quillt in Gegenwart von Wasser auf, wodurch sich die Fundamentplatten hoben.
Bereits 1938 musste ein Teil der Galerien aufgrund der bereits durch
Anhydritdruck verursachten Schäden erneuert werden. Dieses Problem konnte nie
richtig in Griff bekommen werden. Dies war besonders in der Galerie hinter dem
M1-Tunnel und in der Nähe der Kaserne deutlich sichtbar. Aufgrund dieser
Hebungen musste die Galerie nach dem Krieg wiederaufgebaut werden.
Die Anlage wurde über ein Umspannwerk mit Strom
versorgt, das über ein Erdkabel an das öffentliche Stromnetz angeschlossen war.
Bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes übernahm ein Kraftwerk mit vier
230 PS starken 6-Zylinder-Generatoren des Typs SGCM G6 VU33 die Stromversorgung.
Das Kraftwerk verfügte außerdem über einen Hilfsgenerator mit einem 8 PS starken
Motor des Typs CLM 1PJ 65. Dieser versorgte das Werksgelände mit Beleuchtung und
trieb den Kompressor an, der die Druckluftflaschen für den Anlauf der
SGCM-Generatoren befüllte.
Geschichtliches:
17. Mai 1940: Die 75-mm-Geschütze von Block 1 griffen
ein, um einen feindlichen Angriffsversuch vor dem Infanteriewerk Oberheide
abzuwehren.
21. Mai 1940: Block 1 griff ein, um einen Angriffsversuch auf die Kasematten
Oberheide und Sonnenberg abzuwehren.
15. Juni 1940: 40 % der Besatzung werden aus Metrich evakuiert, da die
miltärische Lage kritisch aussieht. Die aus der Festung abziehende Einheit setzt
sich aus 11 Offiziere, 70 Unteroffiziere und 198 Soldaten zusammen. Die Einheit
wurde vom Festungskommandanten mit 17 leichten Maschinengewehren und je 30
geladenen Magazinen ausgerüstet. Die Männer führen Proviant für sechs Tage mit
sich, der aus den Festungsvorräten stammt.
Um Mitternacht sind alle Brücken im rückwärtigen Bereich zerstört. Die Festung
ist von jeglicher Verbindung zum rückwärtigen Gebiet abgeschnitten.
16. Juni 1940: Der deutsche Durchbruch zwischen St. Avold und Metz erfolgt. Von
diesem Moment an, ist die Festung Metrich endgültig umzingelt. Der Kommandant
der Festung gibt detaillierte Befehle zur Einsparung von Wasser, Kraftstoff und
die täglichen Lebensmittelrationen leicht zu kürzen, um die Lebensdauer der
Festung so weit wie möglich zu verlängern.
In der Nacht vom 16. auf den 17. Juni wurden mehrere feindliche Patrouillen in
der Nähe der Befestigungsanlage gemeldet und durch Maschinengewehrfeuer aus den
Blöcken 5 und 15 zurückgeschlagen.
18. Juni 1940: Deutsche Radfahrer aus Elzange, die die Cannerbrücke (südlich von
Koenigsmacker) erreichten, wurden von den Beobachtungsposten gemeldet. Sie
gerieten unter Beschuss der Infanterie der Festung, der Artillerie und der
Maschinengewehre der Métrich-Kasematten. Die Besatzung stellte zufrieden die
Wirksamkeit des Feuers fest.
In der Nacht vom 19. auf den 20. Juni: Feindliche Patrouillen setzen ihre
Aufklärung im Stacheldraht zum Zustand und Besetzung der Befestigungsanlage
fort.
20. Juni: Metrich wird von deutscher Artillerie vermutlich vom alten Fort
Obergentringen beschossen. Im Morgengrauen erfolgt ein Artillerie- und
Infanteriefeuerwechsel zur Unterstützung von Billig, wo sich die Deutschen den
Bunkern nähern und versuchen, am östlichen Rand des Billig-Waldes eine
Feuerstellung einzunehmen: Block 8 feuert 160 Granaten des Kalibers 75 mm und
Block 11 120 Granaten des Kalibers 135 mm ab.
25. Juni: Ein deutscher Offizier erscheint mit einer weißen Fahne und fordert
die Übergabe der Befestigungsanlage. Die Antwort ist negativ.
Nachmittags trifft Oberleutnant Paul Hemmerschmidt, Adjutant des 278.
Infanterieregiments, in Begleitung von Sonderführer Schulenburg am
Munitionseingang ein. Ihnen schließen sich Oberst O'Sullivan und Leutnant Emile
Simonod an. Die vier Offiziere begeben sich zum Schloss Landonvillers, um mit
General von Greiff, dem Befehlshaber des deutschen 45. Armeekorps, über die
Übergabe der Befestigungen des Abschnitts zu verhandeln.
2. Juli 1940: Der Kommandant von Fort A17 erhält den Befehl, die Kapitulation
seines Forts bis zum Morgen des 4. Juli vorzubereiten. Das Fort muss unversehrt
an die deutschen Behörden übergeben werden.
4. Juli 1940: Kapitulation des Artilleriewerks Metrich. Die Besatzung bricht auf
und marschiert in die Gefangenschaft. Ihr werden volle militärische Ehren
zuteil. Die Offiziere dürfen ihre Waffen, Ferngläser, Kompasse und Ausrüstung
behalten.
Zwischen 1943 und 1944 wurden aufgrund
anglo-amerikanischer Bombenangriffe auf Deutschland die rückwärtigen Bereiche
der Befestigungsanlage (M1, die Fabrik und die Kasernen) in Büros und eine
unterirdische Fabrik umgewandelt. Auf Block 3 wurden Tests mit Hohlladungen
durchgeführt. Vom 10. bis 12. November 1944 nutzte die deutsche 19.
Volksgrenadierdivision die Befestigungsanlage, um den Vormarsch der
amerikanischen 90. Infanteriedivision aufzuhalten. Nach dem 2. Weltkrieg wurden
die Schäden aus den Kämpfen und Sprengversuchen ausgebessert:
Block 5:
- 81-mm-Turm Nr. 301 Gebaut von Batignolles-Châtillon,
Montage zwischen 1933 und 1934. Überholung durch Batignolles-Châtillon von 1954
bis 1956. Die beschädigte Kuppel wurde durch eine Kuppel aus Neubourg ersetzt.
- Reparatur beschädigter Teile, insbesondere der Munitionskammer und der
Entlüftungsanlage des Gefechtsraums. Die ursprünglich vom 81 mm Turm der
Four-à-Chaux Nr. 314 stammende, graduierte Rundpanorama-Markierung wurde durch
eine in Neubourg vorhandene Rundmarkierung ersetzt.
- Elektrische Ausrüstung geprüft und repariert.
- Verkabelung komplett erneuert.
- Komplett neu lackiert.
Block 8:
75 mm Turm Modell 1933 Nr. 208. Gebaut von
Batignolles-Châtillon, Montage 1934. Überholt von Batignolles-Châtillon von 1953
bis 1958.
Block 10:
75 mm Turm Modell 1933 Nr. 212 gebaut von Batignolles-Châtillon, Montage 1934. Überholt von Batignolles-Châtillon 1958.
Block 11:
135 mm Turm Nr. 103. Gebaut von der
Eisenwerksgesellschaft Châtillon-Commentry und Neuves-Maisons, Montage zwischen
1932 und 1933. Die Überholung erfolgte von 1953 bis 1956 durch
Batignolles-Châtillon. Im Zuge der Überholung wurde die unbrauchbare Kuppel
durch die des Turms 135 Nr. 117 des
Artilleriewerks Four à Chaux ersetzt. Diese war weniger beschädigt und die
Löcher waren bereits in Nantes verfüllt worden. Die ausrangierte Kuppel wurde
zum Abdecken des Schachtes vom Block 135 von Four à Chaux verwendet.
Block 3:
Maschinengewehrturm Nr. 12 Gebaut von
Batignolles-Châtillon. Montage 1932–33. Nachkriegsüberholung 1955–56 durch
Batignolles-Châtillon.
Block 4:
Maschinengewehr-Turm Nr. 15 Hergestellt von
Batignolles-Châtillon. Montage 1932–33. Nachkriegsüberholung 1956 durch
Batignolles-Châtillon.
Die Anlage wurde bis in die 1970er Jahre von einem kleinen Team instand gehalten
und der Großteil der Ausrüstung war noch vorhanden. Ab Mitte der 1980er Jahre
wurde das Bauwerk von Plünderern und Schrotthändlern heimgesucht. Dieses Problem
verschärfte sich in den 1990er-Jahren. 1983 und 1988 wurden Teile des Inventars
des Bauwerks im Rahmen mehrerer Demontage- und Verlegungsaktionen an andere
Standorte verlegt. Einige Ausrüstungsgegenstände konnten so erhalten werden und
sind heute in anderen, öffentlich zugänglichen Maginot-Werken ausgestellt.
1998 und erneut 2004 wurden die Eingänge und zugänglichen Bereiche der Festung
von den Militärbehörden teilweise und anschließend dauerhaft mit Erde bedeckt,
trotz der bekannten Einschränkungen dieser Methode. Im Januar 2026 wurden in
einer zweiten Aktion die Eingänge und zugänglichen Kampfblöcke geräumt,
dauerhaft mit Stahlbeton versiegelt und anschließend erneut mit Gestein und Erde
aufgefüllt, wodurch die Festung endgültig verschlossen wurde.
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Lageplan des Artilleriewerks Metrich Quelle: Denkschrift über die französische Landesbefestigung Oberkommando des Heeres 1941 |
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Quelle: Denkschrift über die französische Landesbefestigung Oberkommando des Heeres 1941 |
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Block 1: Gut im Wald versteckt |
Block 1: Geschützscharte |
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Block 1: Geschützscharte |
Block 1: GFM-Kuppel |
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Block 1: GFM-Kuppel |
Block 1: Prägung an einer GFM-Kuppel |
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Block 3: GFM-Kuppel und MG-Panzerturm |
Block 3: GFM-Kuppel |
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Block 3: MG-Panzerturm |
Block 3: Infanterieblock von der Seite |
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Block 3: Ansicht |
Block 3: Angeerdete Schartenfront |
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Block 4: Der MG-Panzerturm |
Block 4: Der MG-Panzerturm |
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Block 7: GFM-Kuppel |
Block 7: Ablufthutze |
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Block 7: VDP-Panzerkuppel für Artilleriebeobachtung |
Block 7: Periskopverschluß der VDP-Panzerkuppel |
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Block 8: Der 7,5 cm Panzerturm |
Block 8: Der 7,5 cm Panzerturm |
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Block 8: GFM-Kuppel |
Block 8: Reparierter Schaden durch Hohlladung der Wehrmacht |
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Block 8: Reparierter Schaden durch Hohlladung der Wehrmacht |
Block 8: 7,5 cm Panzerturm und GFM-Kuppel |
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Block 8: Angeerdete Schartenfront |
Block 8: GFM-Kuppel |
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Block 10: Granatwerferkuppel |
Block 10: 7,5 cm Panzerturm Modell 33 |
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Block 11: 13,5 cm Panzerturm und GFM-Kuppel |
Block 11: GFM-Kuppel und 13,5 cm Panzerturm |
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Block 11: 13,5 cm Panzerturm |
Block 11: GFM-Kuppel mit repariertem Schaden durch Hohlladung |
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Block 11: GFM-Kuppel mit reparierten Schäden durch Hohlladungen |
Block 11: Ablufthutze |
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Block 15: Kasematte für 81 mm Granatwerfer |
Block 15: Schartenfront |
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Block 15: Scharte eines 81 mm Granatwerfers |
Block 15: Nahverteidigungsscharte für MG |
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Munitionseingang Quelle: Denkschrift über die französische Landesbefestigung Oberkommando des Heeres 1941 |
Munitionseingang 2002 |
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Mannschaftseingang |
Mannschaftseingang |
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Lokgarage |
Bahnhof |
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Munitionslager M1 |
Schäden durch Anhydrit |
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Panzertür zu einem Kampfblock |
Toilette |
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Weinausgabezeiten an einer Stahltür |
Umformerraum |
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Abzweig zu den Kampfblöcken |
Abzweig zu den Kampfblöcken |
Der folgende Text stammt aus der "Denkschrift über die französische Landesbefestigung" des Oberkommando des Heere aus dem Jahr 1941:
Das Artilleriewerk Metrich gehörte zum "Befestigten Abschnitt Diedenhofen" und liegt auf der beherrschenden Höhe 273, ungefähr 10 km nordostwärts von Diedenhofen auf dem rechten Moselufer. Es ist das drittgrößte Werk der Maginot-Linie und hatte eine Besatzung von 800 Mann, davon 26 Offiziere. Metrich besteht aus zwei Eingangsbunkern und zehn Kampfblöcken. Die Aufgaben dieser Werkgruppe waren:
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Beherrschen des Moseltales und Bestreichen der im Moseltal aus Nord- und Nordostrichtung einlaufenden Verkehrslinien. | |
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Flankierendes Artilleriefeuer zur Deckung der Werkgruppe Billig und der Großgruppe Hackenberg sowie der in diesen Räumen liegenden Zwischenwerke. | |
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Flankierendes Artilleriefeuer auf das linke Moselufer zur Deckung der Werke im Raum Kattenhofen, Sentzich und Galgenberg |
Die genannten Befestigungen der Werkgruppe Metrich lagen auf meist bewaldeten Geländerhebungen (250 bis 400 m hoch) und 9 bis 15 Kilometer von der Grenze entfernt. In dem stark bewegten, halboffenen Gelände waren weite Räume durch Kuppen, Bergrücken oder Wald verdeckt. Eine durchgehende Beobachtung des Vorfeldes war nicht gewährleistet. Im allgemeinen ließ es sich nur in einer Breite von 1 bis 2 km genügend übersehen. An der Nordost- und Ostfront war der Wald von Königsmacker dem Werk vorgelagert und verdeckte die Sicht zum Udernbachtal. Zahlreiche tief eingeschnittene Hohlwege durchquerten den Wald und machten besondere Sperren erforderlich. An der Südseite des Werkes fiel das Gelände gleichmäßig bis zum Kannerbach ab und bot Sicht- und Schussfeld bis in dieses Tal. Dementsprechend konnte die infanteristische Beobachtung des Verteidigers als eben noch ausreichend bezeichnet werden.
Für die Artilleriebeobachtung dagegen war das Gelände nicht hergerichtet worden. Wald und sonstiger Baumbestand behinderten den Einblick in das Vorfeld auf nahe und mittlere Entfernungen. Viele Geländefalten und Einschnitte konnten nicht eingesehen werden. Daher beherrschten Artillerie- und Infanteriewaffen das Vorfeld nicht durchlaufend. Uneinsehbare Räume reichten bis auf nahe und nächste Entfernungen heran. Das Gelände hätte weitgehende Abholzung oder Durchlichtung und Bodenausgleich erfordert. Die Hauptbeobachtung der Werkgruppe lag im Block 7 mit bevorzugtem Blickfeld nach Norden in das offene Gelände des Moseltales. Solange das Vorfeld besetzt war, hatte diese Beobachtung Verbindung mit einer B-Stelle in Freckingen.
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Beoabachtungsgebiet des Artilleriewerk Metrich Quelle: Denkschrift über die französische Landesbefestigung Oberkommando des Heeres 1941 |
Die Kampfblocks 1, 8, 11 und 15 waren artilleristische, Block 3 und 4 infanteristische Hilfsbeobachtungsquellen. Der Block 8 diente sowohl als artilleristische wie infanteristische B-Stelle. Die Beobachtung auf Block 15 war mit dem rechten Nachbarwerk Billig, der Block 1 mit der Werkgruppe Galgenberg auf dem linken Moselufer durch Fernsprecher verbunden, um die gegenseitige Flankierung voll durchführen zu können.
Der Feuerplan der Werkgruppe Metrich
Die Feuerpläne gaben über die Wirkungsmöglichkeiten sämtlicher Waffen der Werkgruppe Aufschluss. Entsprechend den verschiedenen Feuerlagen wurden in den Plänen unterschieden
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das Fernfeuer | |
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die Hauptfeuersperre (Nahverteidigung) und | |
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die innere Feuersperre (insbesondere Oberflächenverteidigung) |
Die einzelnen Kampfblocks der Infanterie und Artillerie hatten im Einsatz folgende Aufgaben zu erfüllen:
Block 1 verstärkte mit den drei 75 mm Kanonen aus Scharten die Hauptfeuersperre vor Galgenberg und Kobenbusch. Mit zwei lMG und zwei 50 mm Granatwerfern aus Glocken übernahm er die Nahverteidigung im Raum zwischen Block 1 und 3.
Block 3 beteiligte sich mit zwei Zwillings-MG und einer 37 mm Pak aus Mauerscharten am Feuer auf weite Entfernung in Richtung Koenigsmacker – Sentzich zur Unterstützung der Zwischenwerke und Stützpunkte des Zwischengeländes, ebenso auch an der Hauptfeuersperre zwischen Block 3 und dem Zwischenwerk Metrich-Süd. Ferner war seine Mitwirkung vorgesehen mit einem Zwillings-MG im Turm auf weite Entfernungen in Richtung Sentzich und Billig sowie an der Hauptfeuersperre zur Verteidigung der Nordfront des Werkes. Schließlich konnte der vorgenannte Turm mit zwei lMG und zwei 50 mm Granatwerfern in Glocken zur Nahverteidigung zwischen Block 3 – 1 – 11 eingesetzt werden.
Block 4 war beteiligt mit einem Zwillings-MG im Turm am frontalen und flankierenden Feuer auf weite Entfernungen in gleicher Weise wie der Turm von Block 3, ferner an der Hauptfeuersperre zur Verteidigung der Nordostseite des Werkes und an der Nahverteidigung zur Beherrschung des Raumes zwischen Block 4 – 5 – 10 – 1.
Block 5 verstärkte mit zwei 81 mm Granatwerfern im Turm die Hauptfeuersperre durch Steilfeuer in die uneingesehenen Geländeteile im Udernbachtal und Wald von Koenigsmacker, ebenso nahm er mit lMG und zwei 50 mm Granatwerfern aus zwei Glocken an der Nahverteidigung teil, wirkend auf die Ostseite des Werkes.
Block 7 war hauptsächlich für die Beobachtung bestimmt. Mit einem lMG und einem 50 mm Granatwerfer konnte er sich selbständig verteidigen.
Block 8 verstärkte mit zwei 7,5 cm Kanonen im Turm auf weite Entfernung das frontale Feuer, mit den gleichen Waffen und zwei Zwillings-MG das flankierende Feuer und die Hauptfeuersperre, ebenso mit einer 37 mm Pak aus Mauerscharten das Feuer in Richtung Billig – Hackenberg. An der Nahverteidigung beteiligte er sich mit zwei lMG, zwei 50 mm Granatwerfer aus Glocken im Raume zwischen Block 14, Mannschaftseingangsblock und Block 15–7–11.
Block 10 unterstütze mit zwei 75 mm Kanonen im Turm auf weite Entfernung sowohl das nach Nordost gerichtete frontale Feuer, wie auch das flankierende Feuer und die Hauptfeuersperre in Richtung Galgenberg oder Billig.
Block 11 diente mit den zwei 135 mm Haubitzen im Turm zur Verstärkung der Hauptfeuersperre im Udernbachtal und in dem Wald von Koenigsmacker. Mit einem lMG und 50 mm Granatwerfer aus Glocke beteiligte er sich zusätzlich an der Nahverteidigung, und zwar hatte er die Westseite des Werkes zu bestreichen.
Block 14 war mit drei lMG und drei 50 mm Granatwerfern ausschließlich für die Oberflächenverteidigung des Werkes zwischen Mannschaftseingangsblock und Block 15 – 7 – 11 vorgesehen.
Block 15 verteidigte mit zwei 81 mm Granatwerfer hinter Mauerscharte die beiden Eingangsblöcke sowie das gesamte rückwärtige Gelände des Werkes in Richtung Kannerbachtal. Zwei lMG und zwei 50 mm Granatwerfer aus Glocken sicherten im Anschluss an Block 5 die Nahverteidigung nach Osten.
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Feuerplan des Artilleriewerk Metrich Quelle: Denkschrift über die französische Landesbefestigung Oberkommando des Heeres 1941 |
Die Eingangsblöcke waren mit je einem Zwillings-MG, einer 37 mm Pak in Kasematten, zwei lMG und zwei 50 mm Granatwerfern in Glocken bestückt. Sie hatten die Aufgabe, neben ihrer Selbstverteidigung noch an der inneren Feuersperre der Zwischenlinie in Richtung der Straße im Kannerbachtal teilzunehmen.
Die von dem Werk erreichbare Feuerkraft konnte durch die Mitwirkung nachstehender Waffen noch wesentlich verstärkt werden:
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durch das flankierende Feuer der Nachbar- und Zwischenwerke, | |
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durch das ergänzende Feuer der im Zwischengelände und | |
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in der Tiefe des Kampffeldes eingesetzten Festungs- und Feldtruppe (Infanterie und Artillerie). |
Die Zwischenräume zwischen den Werken Metrich und Billig sowie Billig und Großgruppe Hackenberg betragen je drei Kilometer, zwischen Metrich und Galgenberg sechs Kilometer. Von den Werken aus konnten diese Zwischenräume in ihrer Ausdehnung nur durch flankierendes Artilleriefeuer bestrichen werden; sie waren aber zu groß, um ein lückenloses Infanteriefeuer zu gewährleisten, ganz abgesehen davon, daß auch das Gelände wenigstens nach Südosten dies infolge seiner welligen Oberfläche nicht zuließ. Als Bindeglied zwischen den Werken dienten daher folgende Zwischenwerke:
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zwischen der Großgruppe Hackenberg und der Werkgruppe Billig das Zwischenwerk Hummersberg mit Flankierungsfeuer nach beiden Nachbarwerken, zwischen den Werkgruppen Billig und Metrich | |
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das Zwischenwerk Wald von Koenigsmacker mit Flankierungsfeuer zur Werkgruppe Billig, zwischen Werkgruppe Metrich und Dorf Koenigsmacker | |
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das Zwischenwerk Metrich-Süd mit flankierendem Feuer in Richtung auf Block 3 zwischen Friedhof Koenigsmacker und der Eisenbahnlinie Sierck-Basseham | |
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die Zwischenwerke Metrich-Nord und Koenigsmacker-Süd zum Schutze des Dorfes Koenigsmacker und der wichtigen, durch diesen Ort führenden Straße und Eisenbahn Sierck-Basseham, zwischen vorstehender Eisenbahnlinie und der Mosel | |
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das Zwischenwerk Koenigsmacker-Nord für flankierendes Feuer über die Mosel in Richtung Sentzich. |
Die in der Hauptkampflinie noch verbliebenen Zwischenräume hatten das I./ und II./Festungs-Inf.Regt. 167 (insgesamt 1.600 Mann) besetzt. Wichtige oder besonders gefährdete Stellen in dieser Linie waren als Stützpunkte ausgebildet.
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Darstellung der Reichweite einzelner Waffen vom Artilleriewerk Metrich Quelle: Denkschrift über die französische Landesbefestigung Oberkommando des Heeres 1941 |
Letzter Stand: 14.04.2026