Gros Ouvrage Four a Chaux

Startseite Festungen Bunker Lexikon Was ist neu? Links Über mich

Das Artilleriewerk Four à Chaux ist ein großes Artilleriewerk der CORF-Klasse 2 und besteht aus 6 Blöcken und 2 Eingängen. Aufgrund der Enge und der Geländebeschaffenheit handelt es sich bei um ein „kompaktes“ Artilleriewerk. Seine Eingänge befinden sich entgegen den Grundsätzen der CORF in unmittelbarer Nähe der Gefechtsblöcke. Es wurde zwischen 1931 und 1935 gebaut.
Der Höhenunterschied zwischen dem Munitionseingang am Fuße des Schmelzbach-Tals (Höhe 210) und dem Personaleingang auf Höhe der aktiven Blöcke (Höhe 260) erforderte den Bau eines Schrägaufzugs, der im Nordosten einzigartig ist. Nur einige Anlagen in den Alpen wie das LAVOIR verfügen ebenfalls über Schrägaufzüge. Der Schrägaufzug ist 90 m lang und weist eine Steigung von über 28 % auf. Er wird von einer Treppe mit 215 Stufen flankiert. Er ist mit einem Wagenlift ausgestattet, der von einer elektrischen Winde auf der oberen Ebene angetrieben wird. Ebenfalls aufgrund des Geländes und der Anordnung der Stollen befindet sich der Mannschaftseingang ebenerdig auf der Ebene der Kaserne. Andere Mannschaftseingänge von Anlagen im Nordosten besitzen Treppenschächte oder liegen an Hängen.
Obwohl das Artilleriewerk Four à Chaux über ein 0,60 m breites inneres Gleis verfügt, ist es aufgrund der geringen Ausdehnung seiner Stollen nicht mit elektrischen Lokomotiven ausgestattet. Die Loren mussten daher durch die Besatzung geschoben werden. Aufgrund des Gefälles sind die Gleise mit einem Bremssystem ausgestattet, um zu verhindern, dass die Loren versehentlich die Stollen hinunter rollen. Ein erst am 15. Mai 1940 fertiggestelltes 0,60 m-Gleis verband den Munitionseingang mit dem 3,5 km südwestlich gelegenen Umschlagsbahnhof Mattstall. Es führte durch den Wald und folgte dabei in etwa der Militärstraße am Fuße des Hochwaldes.
Die Bewaffnung bestand aus:
Block 1: Artillerieblock
    - ein 135 mm Geschützturm
    - zwei GFM-Kuppel mit Maschinengewehr
Block 2: Artillerieblock
    - ein 75 mm Panzerturm
    - eine JM-Kuppel für ein Zwillingsmaschinengewehr
    - eine GFM-Kuppel.
Block 3: Artillerieblock
    - ein 81 mm Granatwerferturm
    - eine GFM-Kuppel
    - eine LG-Kuppel für Granatwerfer
Block 4: Artillerie-Beobachtungsstelle und Kasematte
    - eine VDP-Kuppel (Direkt- und Periskopbeobachtung, Kennung O10)
    - zwei JM-Kuppeln für ein Zwillingsmaschinengewehr
    - eine GFM-Kuppel.
Block 5: Infanterieblock
    - ein Maschinengewehrturm
    - eine GFM-Kuppel
Block 6: Nach Westen flankierende Infanteriekasematte
    - eine Scharte für JM/AC 47 (Kombination aus Maschinengewehren und 47 mm Panzerabwehrkanone)
    - eine Schießscharte für JM
    - eine JM-Kuppel für ein Zwillingsmaschinengewehr
    - eine VDP-Kuppel (Kennzeichnung O11)
    - eine GFM-Kuppel
    - eine Handgranatenrutsche
Mannschaftseingang: ebenerdiger Eingang
    - eine kombinierte Scharte für JM/AC 47 (Kombination aus Maschinengewehren und 47 mm Panzerabwehrkanone)
    - drei FM-Scharten
    - eine GFM-Kuppel
    - zwei Handgranatenrohre
Munitionszugang: LKW-Zugang, der während des „Sitzkriegs“ auf Bahnversorgung umgerüstet wurde.
    - eine gemischte Schießscharte für JM/AC 47
    - drei FM-Scharten
    - zwei GFM Kuppeln
    - zwei Handgranatenrohre.
Am 2. September 1939 bestand die Besatzung der Festung aus 510 Mann (19 Offiziere und 491 Soldaten). Im Juni 1940 zählte die Besatzung 580 Mann (24 Offiziere, 79 Feldwebel, 477 Unteroffiziere und Mannschaften), aufgeteilt in 207 Artilleristen, 212 Infanteristen und 161 Pioniere sowie Personal der allgemeinen Dienste. Die Anlage war damit deutlich überbesetzt.
Wie die meisten großen Anlagen der Maginot-Linie ist auch die Anlage „Four à Chaux“ über eine unterirdische Mittelspannungsleitung, die eine interne Transformatorstation einspeist, an das zivile Stromnetz angeschlossen. Für eine autarke Stromversorgung verfügt das Werk über Dieselmotoren und Generatoren. Das Kraftwerk befindet sich in der Nähe und auf Höhe des Munitionseingangs. Es ist mit vier Generatoren mit Sulzer-Motoren vom Typ 4 KD 22 ausgestattet.
Ihre technischen Daten lauten:
- Hub: 320 mm
- Bohrung: 220 mm
- Drehzahl: 600 U/min
- Nennleistung: 165 PS
- Anzahl der Zylinder: 4.
Das Artilleriewerk wird von einem 214 m tiefen artesischen Brunnen mit einer Förderleistung von 6 m³/h gespeist. Das Wasser mit einer Temperatur von 16 °C speiste drei Behälter, deren Fassungsvermögen 150.000 Liter betrug.
Drei Lastenaufzüge mit einer Tragkraft von 1 bis 1,5 t transportierten Material und Munition in die Blöcke 1, 2 und 3.
Das Bauwerk verfügt über eine Telefonzentrale mit Geräten des Typs TM 32:
- zwei Wandtafeln für Teilnehmer mit 32 bzw. 16 Anschlüssen
- einen Vermittlerpult mit 14 Leitungen.
Im Jahr 1942 wurde die Anlage von der 3. Kompanie des Pionier-Lehr-Bataillons der Wehrmacht genutzt, um mit einem Sprenggas zu experimentieren, das zur Zerstörung von Befestigungsanlagen entwickelt wurde. Diese Versuche wurden „Taifun“ genannt und führten zur Zerstörung von Block 1, dessen 135-mm-Geschützturm aus seinem Schacht geschleudert wurde und nur wenige Meter von seiner ursprünglichen Position entfernt wieder aufschlug. Die Stollen im unteren Teil des Blocks brachen auseinander, und an einem Teil des Bauwerks entstanden Risse in der Verkleidung. Die Deutschen setzten ihre Versuche mit den anderen Blöcken fort, wobei sie die Gasmenge reduzierten. Die Geschütztürme der Blöcke 2 und 3 wurden angehoben, aber nicht abgerissen; der Geschützturm von Block 5 wurde aus seiner Vorpanzerung geschleudert und stieg fast dreißig Meter hoch, bevor er wieder herunterfiel.
Die Geschütztürme der Anlage, die bei den Versuchen der Deutschen im Jahr 1942 zerstört oder beschädigt wurden, sind nach dem Krieg im Rahmen von Instandsetzungsarbeiten an der Anlage repariert oder ersetzt worden. Der Geschützturm Nr. 135 des Blocks 1 wurde in seinem Zustand belassen, da der Block als irreparabel galt. Bei der Überholung des 135-mm-Geschützturms Nr. 103 des Artilleriewerks Metrich wurde die Turmkuppel durch die des 135-mm-Geschützturms Nr. 117 der Anlage Four à Chaux ersetzt, die weniger beschädigt war und deren Löcher in Nantes verschlossen worden waren. Die ausrangierte Turmhaube wurde daraufhin verwendet, um die Decke des Blocks 135 des Four à Chaux zu verschließen. Der 81-mm-Turm des Blocks 3 wurde aus Teilen repariert, die im Depot von Neubourg gelagert waren. Der zu stark beschädigte Maschinengewehrturm von Block 5 wurde durch den Turm aus dem Werk Berenbach ersetzt. Die ebenfalls mit Hohlladungen durchschlagenen GFM-Geschützhauben wurden repariert.
 

1985 war ich noch schlanker

2007

Der Munitionseingang 1985

Der Munitionseingang 2007

Der Mannschaftseingang 1985

Der Mannschaftseingang 2007

Rollbrücke des Mannschaftseingang

Hohlgang und Leichenkammer rechts

Der Hohlgang im Kasernenbereich

Die Küche mit Schnellkochtöpfen, Backofen und Kaffeemaschine

Mannschaftsunterkunft

Unterkunft für Unteroffiziere

Röntgengerät im Lazarett

OP-Raum im Lazarett

Abstellgleis im Hohlgang

Abstellgleis als Rampe

Abzweig im Hohlgang

Links Abzweig zu den Blöcken 3, 5 und 6

Raum des Werkskommandanten

Kommandoraum

Treppe und Munitionsfahrstuhl

Lüfter im Geschützbunker

7,5cm Geschützturm Mod. 32 2007

Der Geschützturm 1985 mit 27 DIN Film fotografiert

Schwinghebel für Gegengewicht 1985

Schwinghebel für Gegengewicht 2007

Abzweig im Hohlgang

Urinal und Waschbecken im Hohlgang

Der Schrägaufzug von oben

Der Schrägaufzug von unten mit Lore

Elektrizitätszentrale

Diesel mit E-Generator

Drahtsperren im Vorfeld

Draht- und Schienensperren bei Block 6

Block 4

Sprengschäden an einer GFM-Glocke

MG-Kuppel des Block 5

8,1 cm Granatwerferkuppel Block 3

Ausgefahrener 7,5 cm Geschützturm Mod. 32 vom Block 2

Zerstörter 13,5 cm Haubitzenturm des Block 1

Letzter Stand: 05.04.2026