Cas. Sud de Bambiderstroff

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Die Kasematte Bambiderstroff Süd ist eine einfache Infanteriekasematte, die flankierendes Feuer nach Südosten in Richtung des Infanteriewerks Einseling und die dortigen Kasematten abgeben konnte. Die Bewaffnung bestand aus:
-1 GFM-Typ-B-Kuppel
-2 Kuppeln für ein Reibel MAC 31 Zwillingsmaschinengewehr
-2 FM 24/29-Maschinengewehre in den Türöffnungen
-2 Handgranatenschächte
In der Kasematte gab es keine Panzerabwehrkanone. Anfang April 1940 erhielt Bambiderstroff Süd nach einer Inspektionsreise zwei Kombinationsgeschütze, da die nicht existierende Panzerabwehr als Nachteil betrachtet wurde. Diese Waffen konnten durch die beginnenden Kampfhandlungen nicht mehr installiert werden und blieben im Diamantgraben gelagert.
Die Besatzungsstärke betrug 18 Mann. Die Stromversorgung erfolgte in Friedenszeiten über einen Transformator, der sich in Nähe der nördlichen Kasematte Bambiderstroff befand. Bei Unterbrechung der Stromversorgung konnte in der Kasematte der Strom mit einem Dieselgenerator vom Typ CLM 1PJ 65 erzeugt werden. Er diente der Beleuchtung, der Belüftung und dem Pumpen von Wasser aus dem Brunnen.
Am 13. Juni 1940 bemerkte die Besatzung der beiden Kasematten Bambiderstroff Nord und Süd, dass sich die Intervalltruppen aus ihren Stellungen zurückgezogen hatten. Von diesem Befehl wurden die Werke und Kasematten in der Umgebung nicht informiert. Ohne weiteren infanteristischen Schutz waren die Anlagen nun auf sich selbst gestellt. Am 14. Juni 1940 übergab ein Kradmelder Befehle zur Zerstörung der Kasematten. Die Besatzung begann am 15. Juni mit der Zerstörung der Kasematte, bemerkte aber, dass ihnen die Ausrüstung für eine vollständige Zerstörung fehlte. Die 25 mm Kombinationswaffen ließen sich nicht zerstören. Zum Schluß wurden die Dieseltanks geöffnet und der Treibstoff in Brand gesteckt. Entmutigt verlassen die beiden Besatzungen die beiden Kasematten. Am 16. Juni vereinigten sich die Besatzungen mit denen der Kasematten aus Einseling und Quatre Vents. Da es keine weiteren Befehle gab, beschloß man auf eigene Faust weiterzuziehen. Trotz Aufteilung in kleine Marschgruppen wurden die Besatzungen nach und nach von der Wehrmacht entdeckt und gefangen genommen. Nur wenige konnten in die Schweiz flüchten und so der Gefangenschaft entgehen.
Während des 2. Weltkriegs nutzte die Wehrmacht die Kasematte als Unterstand für die nahegelegene Würzburg-Radarstation. Überreste eines Kabelverteilerkastens, einer Stütze und Wandbeschriftungen sind noch heute sichtbar.
 

Ansicht der Kasematte Bambiderstroff Süd

Ansicht der Kasematte Bambiderstroff Süd

Glocke JM für Zwillingsmaschinengewehr

Glocke JM für Zwillingsmaschinengewehr

Glocke JM und GFM-Glocke im Hintergrund

GFM-Glocke Typ A modernisiert zu Typ B

Laufgräben führen zur Kasematte

Ein "Bewohner" der Kasematte

Letzter Stand: 05.04.2026