Gros Ouvrage Schoenenbourg

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Der im Dezember 1927 vorgestellte Entwurf für die befestigte Region Lauter-Vogesen sah den Bau einer Festung vom Typ CDF „an der nordöstlichen Ecke des Schönenbergwaldes“ vor. Diese Befestigung wurde bei der Präsentation des Vorentwurfs zunächst nicht beanstandet, war jedoch Gegenstand von Debatten während der Diskussionen um die Befestigung Hochwald. General Belhague argumentierte bei der Begutachtung des Lageplans für Hochwald, dass die beiden bestehenden Befestigungen in Four-à-Chaux und Schönenburg die Notwendigkeit von Hochwald überflüssig machen würden: Entweder würde Hochwald vollständig ausgebaut, wodurch die beiden anderen überflüssig würden, oder Four-à-Chaux und Schönenburg würden als starke Befestigungen errichtet, wodurch Hochwald überflüssig würde. Der Kompromiss war schließlich 1929 ein mächtiges Artilleriewerk Hochwald und zwei kleinere Befestigungsanlagen bei Schoenenbourg und Four-à-Chaux als Flankenanlagen. Bis 1931 wurden die Pläne für Schoenenbourg mehrfach geändert. Im gleichen Jahr begannen die Bauarbeiten, welche 1935 abgeschlossen waren. Der Untergrund, auf dem das Artilleriewerk Schoenenbourg errichtet wurde, besteht unter anderem aus Mergel und wasserführenden Sanden. Um die Blöcke zu stabilisieren, mussten sie mit Pfeilern gestützt werden, die mit stabileren geologischen Schichten verbunden waren. Die Ausbauarbeiten und der Innenausbau erfolgten zwischen 1935 und 1937. Eine zusätzliche Bewaffnung (47 mm Pak) wurde 1937 installiert, und die Befestigungsanlage war schließlich fertig gestellt.
Die Artilleriebefestigung Schönenburg besteht aus sechs Kampfblöcken und zwei Eingangsblöcken.

Block 1: Infanteriekasematte, westlich flankierend.
    – Eine Scharte für ein Zwillings-Maschinengewehr Reibel MAC 31, austauschbar mit einer 47 mm Panzerabwehrkanone auf Doppelschiene.
    – Eine Scharte für ein Zwillings-Maschinengewehr Reibel MAC 31.
    – Eine GFM-Kuppel Typ A (Maschinengewehr und 50-mm-Mörser).
    – Eine Schießscharte für ein Maschinengewehr 24/29 (Nahverteidigung).
    – Ein Handgranatenrohr zum Schutz des Grabens. Der Block verfügt über einen Notausgang, der in den rautenförmigen Graben führt. Er ist nicht mit einer Hebevorrichtung ausgestattet.
Block 2: Maschinengewehrturm.
    – Ein Maschinengewehrturm.
    – Eine GFM-Kuppel Typ A (Maschinengewehr und 50 mm Mörser).
Block 3: 75 mm Turm
    – Ein 75 mm Turm
    – Eine GFM-Kuppel Typ A (Maschinengewehr und 50 mm Mörser)
Block 4: 75-mm-Turm
    – Artilleriebeobachtungsposten O5
Ein 75-mm-Turm
    – Eine GFM-Kuppel Typ A (Maschinengewehr und 50 mm Mörser)

    – J2-Periskop
    – Eine VDP-Beobachtungskuppel (direkte und periskopische Sicht)
Block 5: Mörserturm
    – Ein Turm für zwei 81-mm-Mörser
    – Eine GFM-Kuppel Typ A (Maschinengewehr und 50 mm Mörser)
    – Eine unbestückte Granatwerferkuppel (LG)
Block 6: Infanteriekasematte
    – Eine Schießscharte für ein Zwillings-Maschinengewehr Reibel MAC 31, austauschbar mit einer 47 mm Panzerabwehrkanone auf Doppelschiene.
    - Eine Schießscharte für ein Zwillings-Maschinengewehr Reibel MAC 31.
    - Eine GFM-Kuppel Typ A (für ein Maschinengewehr und einen 50 mm Mörser).
    - Eine Schießscharte für ein Maschinengewehr 24/29 (zur Nahkampfverteidigung).
    - Ein Handgranatenrohr zum Grabenschutz. Der Block verfügt über einen Notausgang, der in den rautenförmigen Graben führt. Er besitzt keinen Lastenaufzug.
Block 7: Munitionseingangsblock (EM).
    - Eine Schießscharte für ein Zwillings-Maschinengewehr Reibel MAC 31, austauschbar mit einer 47 mm Panzerabwehrkanone auf Doppelschiene.
    - Zwei GFM-Kuppeln Typ A (für Maschinengewehre und 50 mm Mörser).
    - Drei Schießscharten für Maschinengewehre 24/29 zur Nahverteidigung.
    - Handgranatenrohre zum Grabenschutz.
Munitionseingang mit Schacht, der über zwei Aufzüge und eine Treppe mit den unteren Ebenen der Befestigungsanlage verbunden ist.
Block 8: Personaleingangsblock (EH).  In seiner ursprünglichen Konfiguration war der Bunker mit Folgendem bewaffnet:
    - einer Schießscharte für zwei Reibel MAC 31 Maschinengewehre, austauschbar mit einer 47 mm Panzerabwehrkanone auf einer Doppelschiene
    - zwei Schießscharten für 24/29 leichte Maschinengewehre (Nahverteidigung)
    - eine GFM-Kuppel Typ A (für ein Maschinengewehr und einen 50 mm Mörser)
    - einer unbestückten Granatwerferkuppel
    - Handgranatenrohre zum Grabenschutz.
Dieser Bunker wurde 1944 von den Deutschen gesprengt und 1950 nach einem neuen Plan wiederaufgebaut.

 

Die Besatzung besteht aus 20 Offizieren, 60 Unteroffizieren, 550 Korporalen und Mannschaften des 22. RIF, 156. RAP, 206. BGF (1. RG, 15. RG) und 18. RG
Die Stromversorgung der Festung ist im Frieden (bei Nichtbesetzung) durch ein externes Umspannwerk in der Nähe des Personaleingangs gewährleistet. Im Falle einer Besetzung übernimmt ein später am Fuße des Personaleingangs installiertes internes Umspannwerk die Stromversorgung der Festung. Dieses Umspannwerk ist über eine unterirdische Leitung in der Nähe der Festung und anschließend über eine Freileitung mit dem Hochspannungsumspannwerk Haguenau verbunden. Bei einem Ausfall des zivilen Stromnetzes übernimmt das Kraftwerk mit vier Sulzer 4KD 22-Generatoren, von denen jeder über einen 165-kVA-Generator verfügt, die Stromversorgung. Ihre technischen Daten lauten: - Hub: 320 mm - Bohrung: 220 mm - Drehzahl: 600 U/min - Nennleistung: 165 PS - Zylinderzahl: 4. Sie treiben AT-70-Generatoren der Firma Ateliers d’Orléans an, die 165 kVA bei 440 Volt Drehstrom liefern.
Die Festung Schoenenbourg wird über ein Pumpwerk hinter der Festung mit Wasser versorgt. Eine Tauchpumpe befindet sich in 117 Metern Tiefe nahe der Kaserne. Zusätzliches Wasser wird aus einer kleineren Quelle in Block 6 und einer zweiten, ergiebigeren Quelle in Block 5 sowie aus Regenwasser gewonnen, das über Entwässerungsrinnen von den Blockplatten aufgefangen wird. Diese verschiedenen Wasserentnahmestellen liefern 4 bis 6 Kubikmeter pro Stunde.
Am 24. August 1939 wurde die Besatzung des Werk Schoenenbourg aufgrund der politischen Lage aktiviert. Der erste Testschuss der 75 mm Geschütze erfolgte am 10. September, um die Ausrichtung der Geschütze zu überprüfen.
Am 14. Mai 1940 eröffnete das Fort mit seinen 75 mm Geschützen das Feuer auf die Mühle St-Rémy, 3 Kilometer östlich von Wissembourg, und feuerte 80 Schuss ab. Am Abend wurde das Feuer westlich von Wissembourg auf den Stützpunkt Mundat gerichtet. Die Reaktion erfolgte prompt: Eine Eisenbahnbatterie mit 28 cm Kanonen feuerte 13 Schuss auf das Werk ab. Am Nachmittag des 15. Mai feuerte diese Batterie weitere 20 Schuss ab.
Am 16. Mai wechselten die 28 cm Geschütze das Ziel und wurden durch 10.5 cm Kanonen abgelöst. Am Nachmittag wurde eine dieser 10,5 cm Kanonenbatterien westlich von Wissembourg gemeldet. Die 75 mm Geschütze bei Schönenburg nahmen diese Batterie unter Feuer.
Am 19. Mai wurde Schönenburg leicht beschossen.

Am 26. Mai feuerten 150 mm Geschütze etwa dreißig Granaten auf die Spitze der Festung. Eine der Granaten traf die GFM-Kuppel von Block 6, direkt unterhalb des Episkops. Der Hals des Ausgucks wurde von dem Metall- und Glasblock abgetrennt, dessen Zapfen durch den Aufprall zersplittert wurden.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai erhielt die Festung Schönenburg 8.000 Schuss 75 mm Munition, wodurch die bereits erschöpften M2-Magazine mehr als aufgefüllt wurden. Vom 3. September 1939 bis zum 25. Juni 1940 feuerte die Festung Schönenburg 15.792 7,5 cm Granaten, 682 81 mm Mörsergranaten und 723 120 mm Granaten ab (von den Bange-Geschützen auf den oberen Ebenen der Festung, die von der Besatzung bedient wurden). Davon wurden 13.388 Granaten zwischen dem 14. und 25. Juni 1940 während wiederholter deutscher Artillerieangriffe verschossen. Die Festung selbst wurde mit 56 42 cm Granaten, 33 28 cm Granaten, 160 Fliegerbomben und 3.000 15 cm und 10,5 cm Granaten beschossen.
Am 25. Juni befanden sich noch 10.408 75 mm Granaten im Munitionsmagazin, wodurch die Festung mit einer Feuerrate von etwa 175 Granaten pro Tag weitere 15 Tage durchhalten konnte.
Aufgrund des Schachtzugangs und des Fehlens eines großen M1-Munitionsmagazins wurde die Festung während der Besatzungszeit nicht von den Deutschen genutzt. Sie demontierten zwei Dieselgeneratoren aus dem Werk. Die beiden verbliebenen Dieselgeneratoren wurden 1944 nach Abzug der Deutschen gesprengt. Es wurde jedoch nur einer zerstört, da die Sprengladung am zweiten Generator nicht explodierte. Nach dem Krieg sind die Anlagen bei der Restaurierung des Werks ersetzt worden.

 

Luftbild des Artilleriewerk Schoenenbourg

Quelle: A.O.K. 1 KOLUFT Stabsbildmeldung Nr. 8 1940 - Tätigkeitsbericht und Erkundungsergebnisse - BArch RH_20_1_324_0035

Plan vom Artilleriewerk Schoenenbourg

Quelle: Denkschrift über die französische Landesbefestigung - Oberkommando des Heeres 1941

Block 1: Gesamtansicht

Block 1: Schartenfront mit GFM-Glocken

Block 1: linke GFM-Glocke

Block 1: rechte GFM-Glocke

Block 2: Panzerturm für Maschinengewehr

Block 2: MG-Panzerturm und GFM-Glocke

Block 2: MG-Panzerturm und GFM-Glocke

Block 2: MG-Panzerturm und zwei Ablufthutzen

Block 3: Panzerturm für zwei 75 mm Kanonen und GFM-Glocke

Block 3: Panzerturm für zwei 75 mm Kanonen und GFM-Glocke

Block 4: Gesamtansicht

Block 4: GFM-Glocke und VPP-Glocke zur Beobachtung

Block 4: GFM-Glocke und VDP-Glocke zur Beobachtung

Block 4: Panzerturm für zwei 75 mm Kanonen

Block 4: VDP-Glocke für die Artilleriebeobachtung

Block 4: Gesamtansicht

Block 5: Gesamtansicht

Block 5: GFM-Glocke mit Beschußschaden

Block 5: Granatwerferglocke und Ablufthutze im Vordergrund

Block 5: Mörser-Panzerturm für zwei 81 mm Mörser

Block 6: Schartenfront

Block 6: Scharten

Block 6: GFM-Glocke

Block 6: Ablufthutze

Mannschaftseingang

Mannschaftseingang

Munitionseingang

Munitionseingang

Aufzug

Bahnhof und Aufzüge

Verteidigungsscharte im Hohlgang

Hohlgang

Küchenkasematte

Küchenkasematte

Küchenkasematte

Küchenkasematte

Umformer

Anzeigetafel für Elektrizität

Kühlwassertank und Luftkompressor

Dieselgeneratoren

Wandverzierung

Gasfilter

Klapptische an den Wänden für die Mahlzeiten der Mannschaften

Küche für Offiziere

Mannschaftskasematte

Mannschaftskasematte

Sanitäre Anlagen

Sanitäre Anlagen

Krankenstube

Behandlungsraum

Bahnhof mit elektrischer Kok Typ Vetra

Bahnhof mit elektrischer Kok Typ Vetra

Abzweig zu Kampfblöcken

Kommandozentrale

Kommandozentrale

Abzweig zu Kampfblöcken

Abzweig zu Kampfblöcken

Im Kampfraum eines Panzerturms

Gefechtsbühne eines Panzerturms

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzter Stand: 12.04.2026