Diedenhofen

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Im 13., 14. und 16. Jahrhundert war Diedenhofen der am besten befestigte Platz des Herzogtums Luxemburg. Die Befestigungen bestanden aus geradlinig geführten Mauern mit kleinen viereckigen Türmen. Zwischen 1596 und 1643 wurden die Befestigungen durch Wälle, Gräben und Raveline erweitert, später kamen die inneren Abschnitte der Bastion hinzu. Im Zeitraum 1737 – 1754 wurde das Fort Jeutz (Cormontaigne) erbaut. Die Eisenbahnlinie Luxemburg-Metz mit ihren zwei Eisenbahnbrücken wurde 1858 gebaut.

Mit dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wurde Lothringen vom Deutschen Reich annektiert. Zwischen 1871 und 1883 kam es zur Vervollständigung und weiteren Ausbau der in deutschen Besitz übergegangenen Befestigungsanlagen. Hierbei wurden bombensichere Räume für die Besatzungen, Munition und Vorräte geschaffen. Die Festung sollte in Verbindung mit Metz den Gegner am Überschreiten der Mosel möglichst weit stromabwärts hindern und die in ihrem Bereich liegenden Flussübergänge der eigenen Benutzung offen halten. Sie deckte in Verbindung mit Metz die rechte Flanke des deutschen Aufmarschgebietes in Lothringen und konnte in einem Kampf um die Mosellinie als Stützpunkt oder Flügelanlehnung dienen.

Die Krise im Festungsbau durch Auftauchen der Brisanzgranate erforderte auch eine völlige Neugestaltung der Festungsbauten in Diedenhofen gegen schwerste Kaliber. Am 03.06.1897 wurde seitens des Kriegsministeriums vorgeschlagen auf den drei beherrschenden Höhen um Diedenhofen drei moderne Festungsanlagen zu errichten: Obergentringen, Königsmachern und Illingen. Der alte bastonierte Bereich der Stadt wurde im Gegenzug deklassiert. Wir finden diese Tendenz zum selben Zeitpunkt in der Gesamtheit des deutschen Reiches wieder (Metz, Koblenz, Könisgsberg, Posen, Mainz und Wesel). Die neuen Festungen besitzen zusammen eine Garnison von fast 5000 Mann und 16 Geschütze unter gepanzerten Türmen. Als erste dieser neuen Festungen wurde Obergentringen am linken Mosel-Ufer errichtet. 1904 wurde dann am rechten Mosel-Ufer Illingen und 1905 Königsmacher gebaut. Diese drei zur damaligen Zeit sehr fortschrittlichen Festungswerke deckten sich gegenseitig. Die Stadt Thionville wurde hauptsächlich durch das Werk Obergentringen geschützt. Die zwei anderen Festungswerke, Illingen und Königsmacher, die voneinander 8 Kilometern entfernt waren, hatten die Aufgabe die Übergange über die Mosel bei Thionville und die umliegenden Höhen zu schützen.

 

Letzter Stand: 01.11.2016